orthopädie am see

Sportverletzungen

Sportverletzungen haben in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Gut 5% aller Sporttreibenden benötigen ärztliche Hilfe nach einer Verletzung. Etwa 53% der Unfälle ereignen sich im Vereinssport, 47% ausserhalb des Vereinssports. Männer verletzen sich deutlich häufiger als Frauen. Gemäss Statistik sind bei Männern Fussball, bei den Frauen Handball die häufigsten Verletzungsursachen. Die Kosten für Sportverletzungen betragen jährlich mehrere hunderte von Millionen Franken. Die am häufigsten verletzte Körperregion ist das Sprunggelenk, gefolgt vom Kniegelenk.

Verletzungen des Sprunggelenks

Beim Sprunggelenk sind am häufigsten die Aussenbänder verletzt. Hier werden die Bänderzerrung und die komplette Bänderzerreissung unterschieden. Knochenbrüche sind seltene Verletzungen, müssen jedoch in der Diagnostik mit berücksichtigt werden.
Die Behandlung der Bandverletzungen ist in 98-99% mit der konservativen Therapie erfolgreich. Wichtig ist die frühe Versorgung am Unfallort mit Hochlagern, Kühlen und wenn möglich einbandagieren. Anschliessend erfolgt die Behandlung in einer Schiene, die konsequent während 5 Wochen getragen werden muss. Wenn alle drei Aussenbänder zerrissen sind und eine hochgradige Instabilität besteht, ist die operative Rekonstruktion der Bänder zu empfehlen.

Unfallmechanismus mit Verletzung der Aussenbänder

Verletzungen des Kniegelenks

Das Kniegelenk ist ein sehr komplexes Gelenk und häufig von Sportverletzungen betroffen. Neben Meniskusverletzungen finden sich häufig Kapsel-Band-Läsionen, Verletzungen der Seitenbänder sowie der Kreuzbänder. Knochenbrüche sind selten, jedoch immer schwerwiegend. Die exakte Diagnostik ist entscheidend für die richtige Therapiewahl und zur Vermeidung von Spätschäden. Die Beschwerden nach Kniegelenksverletzungen sind vielfältig und reichen von punktuellen Schmerzen über Gelenkblockaden bis hin zur Instabilität.
Verletzungen am Meniskus können je nach Art der Verletzung geglättet oder genäht werden. Seitenbandverletzungen heilen in der Regel unter der konservativen Therapie problemlos aus. Kreuzbandrisse müssen häufig aufwendig rekonstruiert werden. Auch Kombinationsverletzungen, die zu einer Instabilität führen, müssen in der Regel operativ versorgt werden. Die Behandlung richtet sich immer nach der Art der Verletzung, dem Alter und der sportlichen Aktivität des Patienten.

Verletzungen an der Schulter

Die häufigste Verletzung der Schulter mit knapp 60% ist die Verletzung des Schultereckgelenks (Akromioklavikulargelenk). Männer sind acht Mal häufiger verletzt. In den meisten Fällen handelt es sich um eine direkte Verletzung durch einen Sturz auf die Schulter. In Abhängigkeit der Schwere des Traumas kommt es zu Zerrungen oder zur Zerreissung der stabilisierenden Bänder. Wenn die Bänder zerreissen, steht das äussere Ende des Schlüsselbeins nach oben ab (Luxation).
Mit Hilfe von Röntgenaufnahmen kann die Verletzung beurteilt und die Therapieempfehlung abgegeben werden. Prinzipiell lassen sich die Zerrungen gut konservativ behandeln, die Luxationen sollten eher operativ stabilisiert werden.

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