orthopädie am see

Der Fuss

Der Fuss wird in drei Bereiche aufgeteilt: Rückfuss, Mittelfuss und Vorderfuss. Zum Rückfuss zählt das Sprungbein (Talus) und das Fersenbein (Calcaneus). Sie bilden das untere Sprunggelenk. Der Mittelfuss besteht aus den sogenannten Fusswurzelknochen: Kahnbein (Naviculare), Würfelbein (Cuboid) und den Keilbeinen(Cuneiformes). Diese sind untereinander durch straffe Bänder miteinander verbunden und erlauben nur eine geringe Beweglichkeit. Zum Vorderfuss zählen die Mittelfussknochen und die Fingerknochen. Der erste und der fünfte Strahl sind kräftiger ausgeprägt, da sie die Hauptlast des Fusses tragen.

Hallux valgus

Röntgenbild rechter Fuss mit aus

Hallux ist die lateinische Bezeichnung für Grosszehen. Hallux valgus beschreibt die Fehlstellung der Grosszehe in eine bestimmte Achse (x-förmig), Richtung Kleinzehe. Frauen sind weitaus häufiger von dieser Fehlstellung betroffen. Ursache hierfür sind eine erbliche Belastung und das Tragen hoher Absätze. Wenn die Fehlstellung ein gewisses Mass überschreitet, nimmt sie über Zeit zu. Nicht jeder Hallux valgus macht Beschwerden. In der Kombination mit einer Spreizfusskomponente führt er jedoch oft zu schmerzhaften Symptomen. Enge Schuhe können dann kaum noch getragen werden und der Schleimbeutel über dem Grosszehengrundgelenk ist oft entzündet und verdickt.
Die Behandlung richtet sich nicht nur nach der Fehlstellung, sondern vor allem nach dem Beschwerdebild des Patienten. So können zum Beispiel breitere Schuhe getragen werden. Eine Verbesserung der Fehlstellung ist jedoch ohne operative Massnahmen nicht zu erwarten. Der operative Eingriff richtet sich nach dem Ausmass (Winkel) der Fehlstellung und dem Zustand der Gelenkflächen. Auch die benachbarten Zehen müssen in die Behandlung mit einbezogen werden und evtl. in der gleichen Sitzung korrigiert werden (Hammer-, Krallenzehen).

Hallux rigidus

Der Hallux rigidus ist eine versteifte Grosszehe, welche durch eine schmerzhafte Arthrose des Grundgelenks entsteht. Die Ursache dieser vermehrten Abnutzung können Stoffwechselkrankheiten oder Verletzungen sein. Auch hier wird eine familiäre Häufung beobachtet.
Die Behandlung umfasst in der Regel die konservativen Massnahmen, richtet sich jedoch jeweils nach dem Ausmass der Arthrose. Infiltrationen des Gelenks führen in der Regel zu einer vorübergehenden Besserung der Beschwerden. Eine dauerhafte Besserung ist jedoch meist nur durch eine Operation zu erreichen. Je nach Befund wird eine Gelenkstoilette, eine Versteifung oder Resektion des Gelenks empfohlen. Die Operationstechnik muss hier auch das Alter und die Belastung des Fusses im Alttag und Beruf berücksichtigen.

Morton-Neurom

Morton-Neurom an typischer Stell

Beim Morton-Neurom handelt es sich um eine chronische Nervenreizung, die auf Höhe der Metatarsaleköpfchen zu einer Nervenverdickung führt. Betroffen sind hierbei die sensiblen Nervenäste, welche die Zehen versorgen. Die Ursache dieser Nervenreizung ist in den meisten Fällen eine Überbelastung des Vorfusses sowie eine zunehmende Spreizfusskonfiguration. Am häufigsten ist das Neurom zischen dem 2.und 3. Strahl bzw. zwischen dem 3. und 4. Strahl lokalisiert. Die Betroffenen berichten über belastungsabhängige Schmerzen und Gefühlsstörungen in den Zehen. Oft wird von einem „Kissen“ unterhalb des Fussballens gesprochen.
Als therapeutische Massnahme kann das Schuhwerk angepasst werden. Physiotherapeutische Massnahmen sind in der Regel wenig wirksam. Eine lokale Infiltration mit Kortision an die Nervenverdickung kann zu einer raschen Abschwellung und Besserung der Beschwerden führen. Falls trotz dieser Behandlung immer wieder Beschwerden auftreten, ist die operative Entfernung der Nervenverdickung empfehlenswert. Meist verbleibt ein Sensibilitätsdefizit, welches jedoch gut toleriert und im Verlauf kaum noch bemerkt wird.

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